Website-Relaunch ohne Rankingverlust: die Checkliste für 2026
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Ein Relaunch soll eine Website besser machen: schneller, moderner, klarer. Trotzdem erleben viele Unternehmen nach dem Livegang das Gegenteil – die Besucher aus Google brechen ein, Anfragen bleiben aus, und niemand weiß genau, warum. Die gute Nachricht: Fast alle Ursachen sind bekannt und lassen sich vorher abfangen. Diese Checkliste zeigt, in welcher Reihenfolge du vorgehst, damit du deine Rankings behältst und die neue Seite von Tag eins an arbeitet.
Warum ein Relaunch Rankings kostet
Google bewertet nicht deine Website als Ganzes, sondern einzelne URLs mit ihren Inhalten, Links und Signalen. Ein Relaunch verändert oft alles davon gleichzeitig. Die vier häufigsten Ursachen für Verluste:
- Geänderte URLs ohne Weiterleitung: Alte Adressen laufen ins Leere, Rankings und Backlinks gehen mit ihnen verloren.
- Verschwundene Inhalte: Texte, die bisher gerankt haben, werden gekürzt oder fallen dem neuen Design zum Opfer.
- Technische Sperren: Das „noindex“ oder die robots.txt aus der Staging-Umgebung geht mit live.
- Schlechtere Performance: Große Bilder, Skripte und Animationen machen die neue Seite langsamer als die alte.
Phase 1: Bestandsaufnahme vor dem Relaunch
Bevor die erste Zeile Code entsteht, hältst du fest, was deine aktuelle Website leistet. Diese Daten sind dein Vergleichsmaßstab – und nach dem Livegang nicht mehr zu bekommen.
- Alle URLs crawlen und exportieren, inklusive Bilder und PDFs.
- In der Google Search Console die Seiten mit Klicks und Impressionen der letzten 12 Monate sichern.
- Die Seiten notieren, auf die externe Backlinks zeigen.
- Core Web Vitals, Title-Tags, Meta-Descriptions und strukturierte Daten dokumentieren.
- Die wichtigsten Conversions festhalten: Formulare, Anrufe, Bestellungen.
Wenn du unsicher bist, wo deine Website heute steht, lohnt sich ein SEO-Audit vor dem Konzept – nicht erst danach.
Phase 2: URL-Mapping und 301-Weiterleitungen
Das URL-Mapping ist das Herzstück jedes Relaunches. Für jede alte URL legst du fest, wohin sie künftig führt. Die Regeln dafür sind einfach:
- URLs behalten, wo es geht. Jede URL, die gleich bleibt, ist ein Risiko weniger.
- Jede geänderte URL per 301 auf die inhaltlich passendste neue Seite leiten – eins zu eins.
- Nicht alles pauschal auf die Startseite leiten. Google wertet solche Weiterleitungen häufig wie eine nicht mehr existierende Seite.
- Weiterleitungsketten vermeiden: Alt führt direkt auf Neu, ohne Zwischenstation.
- Interne Links auf die neuen URLs umstellen, statt sich auf Weiterleitungen zu verlassen.
Die Weiterleitungen bleiben dauerhaft bestehen. Google empfiehlt für Umzüge, sie mindestens ein Jahr aktiv zu lassen – in der Praxis gibt es selten einen Grund, sie überhaupt zu entfernen.
Phase 3: Inhalte mitnehmen, nicht wegdesignen
Ein neues Design verführt dazu, Texte radikal zu kürzen. Doch die Seiten, die heute ranken, tun das wegen ihrer Inhalte. Übernimm Texte, Überschriften und Zwischenüberschriften der starken Seiten und verbessere sie gezielt, statt sie zu ersetzen. Schwache Seiten ohne Besucher darfst du zusammenlegen oder streichen – mit Weiterleitung auf das neue Gegenstück.
Nutze den Relaunch außerdem, um Vertrauen sichtbar zu machen: echte Ansprechpartner, Autoren mit Profil, Referenzen und klare Kontaktwege. Das hilft Besuchern, Google und KI-Suchmaschinen gleichermaßen.
Phase 4: Technik prüfen, bevor es live geht
Auf der Staging-Umgebung testest du alles, was nach dem Livegang teuer würde. Die Grundlagen dafür liefert sauberes technisches SEO:
- Indexierung: Staging ist gesperrt, die Live-Seite nicht. „noindex“ und robots.txt vor dem Go-live prüfen.
- Canonical-Tags zeigen auf die neuen, finalen URLs.
- Die XML-Sitemap enthält nur indexierbare Seiten mit Status 200.
- Strukturierte Daten (Organization, Article, Breadcrumbs) sind übernommen und valide.
- Seiten werden serverseitig gerendert, damit Suchmaschinen und KI-Crawler den Inhalt ohne JavaScript sehen.
Core Web Vitals als Abnahmekriterium
Lege Performance-Ziele vor dem Design fest, nicht danach. Google bewertet einen Seitenaufruf als gut, wenn LCP höchstens 2,5 Sekunden, INP höchstens 200 Millisekunden und CLS höchstens 0,1 beträgt. Wie du diese Werte zuverlässig erreichst, zeigt unsere Seite zur PageSpeed-Optimierung.
Phase 5: Der Go-live-Tag
- Weiterleitungen mit der Liste aus dem URL-Mapping automatisiert testen.
- robots.txt, Meta-Robots und Canonicals auf der Live-Domain prüfen.
- Die neue XML-Sitemap in der Search Console einreichen.
- Tracking und Conversion-Ziele auf Funktion prüfen.
- Formulare einmal selbst absenden und den Eingang kontrollieren.
Phase 6: Die ersten Wochen danach
Schwankungen in den ersten Wochen sind normal, während Google die neuen URLs verarbeitet. Entscheidend ist, dass du Fehler schnell findest: Prüfe täglich die 404-Fehler und die Indexierungsberichte in der Search Console, vergleiche Klicks und Rankings mit deiner Bestandsaufnahme und korrigiere fehlende Weiterleitungen sofort.
Die Relaunch-Checkliste auf einen Blick
- Bestand sichern: URLs, Search-Console-Daten, Backlinks, Core Web Vitals.
- URL-Mapping erstellen und jede geänderte URL per 301 weiterleiten.
- Rankende Inhalte übernehmen und gezielt verbessern.
- Staging sperren, Live-Seite freigeben, Canonicals und Sitemap prüfen.
- Performance-Ziele als Abnahmekriterium festlegen.
- Nach dem Go-live 404-Fehler und Rankings eng überwachen.
Relaunch geplant?
Ein Relaunch ist die beste Gelegenheit, deine Website für Google und für KI-Suchen neu aufzustellen – wie das funktioniert, liest du in unserem Beitrag über Generative Engine Optimization. Wenn du den Relaunch nicht allein stemmen willst, begleiten wir dich von der Bestandsaufnahme bis zum Monitoring: beim Webdesign-Relaunch und in der Webentwicklung.
Zum Mitnehmen
- Vor dem Relaunch alle URLs, Search-Console-Daten, Backlinks und Core Web Vitals sichern – sie sind dein Vergleichsmaßstab.
- Jede geänderte URL per 301 eins zu eins auf die passendste neue Seite leiten, nicht pauschal auf die Startseite.
- Inhalte, die heute ranken, übernehmen und verbessern statt sie dem Design zu opfern.
- Vor dem Go-live noindex, robots.txt, Canonicals und Sitemap auf der Live-Domain prüfen.
- Nach dem Livegang 404-Fehler und Rankings täglich überwachen und Weiterleitungen dauerhaft bestehen lassen.